Neues aus dem Verein

53. Fahrt "Auf Kloster Hirsaus Spuren" nach Konstanz und Reichenau am 29. September 2024

Auf dem Programm, das von Brigitte Bernert wieder minutiös und mit großer Sachkenntnis vorbereitet und durchgeführt wurde, stand zunächst der Besuch der Großen Landesausstellung „Welterbe des Mittelalters – 1300 Jahre Klosterinsel Reichenau“.
Im Verlauf der Führung im Archäologischen Landesmuseum Konstanz, das sich in den Nachfolgebauten des einstigen Hirsauer Reformklosters Petershausen befindet, konnten zahlreiche Prachthandschriften aus dem UNESCO-Weltdokumentenerbe sowie viele weitere kostbare Objekte und Leihgaben zum Klosterleben auf der Reichenau bestaunt werden. Aufgeteilt in zwei Gruppen wurden die Klosterfreunde durch die Ausstellung geführt. Diese würdigt die große Rolle des Inselklosters als eines der innovativsten kulturellen und politischen Zentren des Reiches im 10. und 11. Jahrhundert. Im besonderen Maß herausragend war die Malschule, die das Kloster zu einem der der größten europäischen Wissensspeicher und Impulsgeber jener Zeit machte. Bereits im Jahr 2000 wurde die „Klosterinsel Reichenau“ in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Aber auch zahlreiche Werke der Reichenauer Buchkunst wurden von der UNESCO zum Weltdokumentenerbe ernannt. Nicht zuletzt entstammt der St. Galler Klosterplan dem Reichenauer Skriptorium.
Im Anschluss an die Führung konnten die Teilnehmenden das Gehörte noch individuell vertiefen.

Nach dem Mittagessen, das im Restaurant „Zum alten Mesmer“ auf der Reichenau eingenommen werden konnte, ging es weiter zum Münster St. Maria und Markus, wo im Rahmen einer weiteren Führung die berühmte Schatzkammer mit ihren prächtigen Reliquiaren sowie der Kräutergarten des Walahfried Strabo besichtigt wurden. Ausgehend von der legendenhaften Gründungsgeschichte, dem schnellen Aufstieg zum Kloster mit reichsweiter Bedeutung, ihren bedeutenden Gelehrten wie Walahfrid Strabo und Hermann dem Lahmen, folgten der eher kurzen Blütezeit eine lange Phase des Niedergangs und der Krise.
Nachdem das Kloster im 18. Jahrhundert aufgelöst wurde, wagten in neuerer Zeit einige Mönche aus Beuron in Oberzell einen Neuanfang mönchischen Lebens auf der Insel.

Den Abschluss der Exkursion bildete eine Führung durch die Kirche St. Georg in Oberzell, vom Festland kommend gleich am Eingang zur Insel gelegen. Im Fokus der Erläuterungen standen hier die prächtigen Wandgemälde aus der Zeit der Ottonen und insbesondere deren konservatorische Behandlung.

Die Begeisterung über die beeindruckenden mittelalterlichen Kunstwerke aller Art begleitete die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf der Rückfahrt nach Hirsau und war in vielen Gesprächen im Bus spürbar.
Ein herzliches Dankeschön an die Vorsitzende Brigitte Bernert für die exzellente Vorbereitung und Durchführung dieser Reise und an alle, die sie dabei unterstützt haben.